Was ist Linux?
 
 
Linux ist ein Unix-ähnliches Betriebssystem. Der wichtigste Unterschied gegenüber ´echten´ Unix-Systemen besteht darin, daß  Linux frei kopiert werden darf. Einschränkungen in der Funktionalität gibt es dagegen kaum; Linux ist in vielerlei Beziehung vollständiger als so manches teure Unix-System. Es unterstützt eine größere Palette von Hardware-Komponenten und enthält in vielen Bereichen den effizienteren Code.
 
Ein BETRIEBSSYSTEM ist ein Bündel von Programmen, mit denen die grundlegendsten Funktionen eines Rechners realisiert werden: die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine und die Verwaltung der Systemressourcen. Sie benötigen ein Betriebssystem, damit Sie ein Programm überhaupt starten und eigene Daten speichern können.
 
Im Verlauf der Geschichte der EDV sind verschiedene Betriebssysteme entstanden. Bisher hatten Sie höchstwahrscheinlich den intensivsten Kontakt mit dem Betriebssystem MS-DOS bzw. mit dem darauf aufbauenden Windows-System. Durch eine mehr oder wenige große nähe zu MS-DOS zeichnen sich auch die an sicheigenständige Betriebssysteme OS/2 und Windows NT aus. Unabhängig von MS-DOS sind einige andere (zumeist bessere) Betriebssysteme entstanden, etwa die des NeXT-Computers, des Apple Macintosh und inzwischen fast schon vergessenen Homecomputer Commodore Amige und Atari ST.
 
Lange vor all diesen Bertriebssystemen bag es UNIX. Unix ist also historisch gesehen ein ziemlich altes Betriebssystem, es ist aber praktisch in jeder Beziehung moderner als DOS (kein 640-kByte-Speicherlimit, echtes Multitasking, schneller, stabiler etc.). Sein großer Speicherbedarf und die auf den ersten Blick abschreckende Benutzeroberfläche haben es aber zu einem Betriebssystem werden lassen, das fast ausschließlich auf teuren Workstations im wissenschaftlichen und industriellen Bereich eingesetzt wurde.
 
Unix wird als Überbegriff für diverse davon abgeleitete Betriebssysteme verwendet. Die Namen dieser Betriebssysteme enden im Regelfall mit -ix (Irix, Xenix etc.) und sind zumeist geschützte Warenzeichen der jeweiligen Firmen. UNIX selbst ist ebenfalls ein geschütztes Warenzeichen, zuletzt von X/Open Company Limited. (Die Rechte dieses Warenzeichen haben in den vergangenden Jahren mehrfach den Besitzer gewechselt.)
 
Mit der freien Verfügbarkeit von Linux, das keine Workstation, sondern nur einen ganz normalen PC als Rechner benötigt, ändert sich die Rolle von Unix zur Zeit wieder. Übrigens können Sie auf Ihrem PC problemlos mehrere Betriebssysteme parallel installieren. Sie müssen dann beim Starten des Rechners angeben, ob der Rechner unter Windows, unter Linux oder unter einem anderen Betriebssystem gestartet werden soll. Unter Linux ist sogar Zugriff auf das Dateisystem von DOS bzw. Windows möglich.
 
Der Kernel
 
Genaugenommen bezeichnet der Begriff ´Linux´ nur den KERNEL: Der Kernel ist der innerste Teil (Kern) eines Betriebssystem mit ganz elementaren Funktionen wie Speicherverwaltung, Prozeßverwaltung und Steuerung der Hardware. Gegenwärtig ist die Kernel-Version 2.0.36 aktuell.
Die Versionsnummern des Kernels sind übrigens einen Wissenschaft für sich. Es wird zwischen stabilen Anwender-Kernel-Versionen (1.2.n, 2.0.n) und Entwickler-Kernel-Version (auch Hacker-Kernel, 1.3.n, 2.1.n) unterschieden. Linux-Anwender, die Wert auf ein stabiles System legen, sollten einen ausgereiften und erfahrungsgemäß sher stabilen Anwender-Kernel verwenden. Nur wer an der Weiterentwicklung des Kernels teilnehmen möchte oder auf ein neueres Feature des Entwickler-Kernels angewiesen ist, das im letzten stabilen Kernel noch nicht enhalten ist, muß mit einem Hacker-Kernel vorlieb nehmen. Der Nachteil: die Entwickler-Kernel enthalten oft noch unzureichend getesteen Code, die Wahrscheinlichkeit von Problemen ist daher viel größer. Die meisten Distrubtion basieren auf stabilen Kerneln, bieten Option, den jeweils neusten verfügbaren Entwickler-Kernel zu installieren.
 
Da Linux beständig über das Internet weiterentwickelt wird, gibt es praktisch wöchentlich eine oder mehrere neue Versionen des Entwickler-Kernel. Sie brauchen aber keine Angst zu haben, daß jetzt ständig irgendwelche Updates hinterherlaufen müssen. Sobald LInux einmal stabil aif ihrem Rechner läuft, besteht selten der Grund, daran etwas zu ändern. Die meisten Änderungen am Kernel betreffen irgendwelche besonderen Aspekte von Linux, etwa die Anpassung des Systems an neue Hardware, die Korrektur von (zumeist nur unter seltenen Umständen auftretenden) Fehlern oder die Optimiierung einer Funktion.
 
Generell sollten Sie Sich von Versionsnummern nicht allzusehr verwirren lassen: Nicht nur der Kernel hat eine Versionsnummer, sondern praktisch alle unter Linux verfügbaren Libaries, Compiler, Programme, Distrubtionen usw. .
 
 
 
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last update 12.01.1999 11:14 am