Der
Kernel
Noch
immer ist die Frage - Was ist Linux? - nicht ganz beantwortet. Viele Anwender
intressiert der Kernel nämlich herzlich wenig - sofern er nur läuft
und die vorhandene Hardware unterstützt. Für sie umfaßt
der Begriff ´Linux´, wie er umgangsprachlich verwendet wird,
neben dem Kernel das riesige Bündel von Programmen, die mit dem Linux-Kernel
in Form von Distributionen mitgeliefert werden.
Dieser
Abschnitt gibt einen Überblick über die wichtigsten Merkmale
von Linux und die verfügbaren Anwenderprogramme. Natürlich ist
diese Übersicht nicht vollständig - es würde ja keinen Sinn
ergeben, hier jedes unter Linux laufende Programm aufzuzählen.
Der
Kernel 2.0.x
Linux
unterstützt Multitasking (gleichzeituge Abarbeitung mehrerer
Prozesse), Multiuser-Betrieb (gleichzeitige Nutzung durch mherere Anwender),
Paging (Auslagerung von Speicher auf die Festplatte, wenn zuwenig RAM zur
verfügung steht), Shares Libraries (Bibliotheken mit Systemfunktionen
werden nur einmal geladen, wenn sie von mehreren Prozessen benötigt
werden), Interprocess Communication (IPC) und seit Version 2.0 sogar Symmetric
Multi Processing (SMP, die Nutzung mehrerer Prozessoren).
Linux
unterstützt praktisch die gesamte gängige PC-Hardware: alle Intel-386-kompatiblen
Prozessoren; die Bussysteme ISA, VLB, EISA und PCI; die meisten (E)IDE-
und SCSI-Festplatten-Controller und die daran angeschlossenen Festplatten,
CD-ROM-Laufwerke und Streamer; die meisten marktüblichen CD-ROM-Laufwerke,
die nicht am IDE- bzw. SCSI-Bus betrieben werden, die meisten Netzwerkarten,
Mäuse, Joyssticks etc.
Linux
unterstützt nicht nur Intel-Prozessorren, sondern auch den DEC-Alpha-Prozessor,
Sun Sparc, Mips, Motorola etc. Am verbreitesten ist aber ohne Zweifel die
Intel-Variante.
Linux
verwendet ein eigenes Dateisystem. Dateinamen dürfen bis zu 255 Zeichen
haben, Dateien bis zu 2 GByte und Dateisystme bis zu 4 TByte groß
werden. Es ist mit einer Menge von Sicherheitsmerkmalen ausgestattet.
Unter
Linux kann auf viele fremde Dateisysteme zugegriffen werden: DOS, Windows
95, OS/2, Minix, NFS etc. Ein Zugriff uf komprimierte DOS/Windows-Partitionen
ist allerding nicht möglich (bzw. nur über den recht umständlichen
Weg des DOS-Emulators).
Linux
unterstützt mehrere Binärformate für die Ausführung
von Binärdateien: a.out, ELF und iBCS2. iBCS2 ermöglicht es,
viele kommerzielle Programme von SCO-Unix ohe eine Neuübersetzung
bzw. Portierung auf Linux zu verwenden.
Unter
Linux steht eine ganze Palette von Netzwerkprotokollen zu Verfügung
(TCT/IP,PPP,SLILP).
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12.01.1999 11:14 am